Woraus setzt sich eine Ökobilanz zusammen?

Immer wieder ist die Rede von einer schlechten oder guten Ökobilanz eines Produkts. Anhand der Ökobilanz lässt sich bekanntlich eine Aussage darüber treffen, wie umweltfreundlich etwas ist. Aber was steckt genau dahinter?

Ich begab mich auf die Suche nach Antworten auf meine Fragen….

  • In welcher Einheit wird diese Bilanz eigentlich aufgestellt?
  • Welche Faktoren werden darin berücksichtigt?
  • Und wie aussagekräftig ist diese Bilanz in Bezug auf den Vergleich zwischen mehreren Produkten?

…et voilà : die Ergebnisse, die ich hier mit euch teile.

Was ist eine Ökobilanz denn genau?

Eine Ökobilanz ist ein normiertes Verfahren, mit dessen Hilfe die Wirkung eines Produkts, einer Dienstleistung oder sonstigen Verfahrens auf die Umwelt analysiert werden kann (DIN EN ISO 14040, DIN EN ISO 14044). Dies geschieht mithilfe einer Lebenszyklusanalyse, mit deren Hilfe der gesamte CO2-Ausstoß des Produktes (etc.) berechnet werden kann. Da diese Methode normiert ist, lassen sich auch verschiedene Produkte unterschiedlicher Anbieter miteinander vergleichen. Dies setzt voraus, dass man eine gemeinsame Einheit für die Untersuchung der Materialien findet, die den gleichen Zweck erfüllt, eine sogenannte funktionelle Einheit (FE).

Zum Aufstellen einer Ökobilanz braucht es vier Schritte

  1. Zunächst wird ein Ziel definiert und der Untersuchungsrahmen beschrieben.
  2. Anschließend wird eine Sachbilanz aufgestellt, die sehr umfangreich ausfallen kann, je nachdem, aus wie vielen Bestandteilen sich das Produkt zusammensetzt. Hier fließen neben den Stoff- und Materialströmen auch der Energieverbrauch für jede Komponente mit ein, zum Beispiel für den Abbau, den Transport und Verarbeitung der Stoffe. Sogar die Entsorgung des Produkts (und all seiner Einzelteile) wird bereits mit einkalkuliert.
  3. Anschließend kann die Umweltwirkung abgeschätzt werden: Für die Wirkung auf je Luft, Wasser und Land gibt es verschiedene Abstufungen in der Wirkung.
  4. Zum Schluss folgt eine Auswertung.

Die Ökobilanz zu berechnen kann mit sehr großem Aufwand verbunden, aber auch sehr aufschlussreich sein. Hättest du etwa gedacht, dass Plastiktüten aus Recyclingmaterialien eine bessere Ökobilanz haben als Stoffbeutel aus Baumwolle? Ich auch nicht. Man muss die Baumwolltasche schon 30 mal benutzen, damit diese einer Plastiktüte gleichkommt. Dies liegt daran, dass der Anbau, der Transport und die Verarbeitung der Baumwolle dick auf das CO2-Konto auftragen.

Der Unterschied zwischen einer Ökobilanz und dem CO2-Fußabdruck?

Bei der Ökobilanz wird nicht nur eine Umweltwirkung (beim CO2-Fußabdruck ist es der Treibhauseffekt) berücksichtigt, sondern alle Umweltmedien (Wasser, Land, Luft).

Eine Ökobilanz selbst aufstellen

Daten zu Produkten und Prozessen sind leider nur schwer herauszufinden. Das Umweltbundesamt könnte sich als hilfreich erweisen, denn es bietet in der öffentlich zugänglichen Datenbank ProBas viele umweltbezogene Datensätze und Informationen.

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/oekobilanz

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